Josef Bordat
Just war? Der Anti-Terror-Krieg und die bellum iustum-Tradition

Abstract
Der „Anti-Terror-Krieg“ wird von denen, die ihn führen, als „gerechter Krieg“ angesehen. Fraglich ist, welche Voraussetzungen hinsichtlich des Kriegseintrittsgrundes, des Kriegseintrittszeitpunkts, der kriegführenden Instanz und der eingesetzten Mittel erfüllt sein müssen, um von einem „gerechten Krieg“ sprechen zu können. Ausgehend von der These, dass ein Blick in die Geschichte des bellum iustum-Topos auch für den heutigen Anti-Terror-Krieg hinsichtlich der vorgebrachten Legitimationsfiguren „humanitäre Intervention“ und „Selbstverteidigung“ Prinzipien der Rechtfertigung freilegen kann, werden mögliche Bewertungskriterien den Positionen der Patristik (Augustinus), der Scholastik (Thomas von Aquin) und insbesondere der Spanischen Barockscholastik (Vitoria, Sepúlveda, Las Casas, Suárez) entnommen und anhand des ICISS-Gutachtens The Responsibility to protect (2001) zu aktualisieren versucht.