Sebastian Lange
Terroristische Kommunikation und fundamentalistischer Protest
Abstract
Hauptthese der Arbeit ist, dass Terrorismus eine beobachterrelative Kategorie ist, d.h. dass was als Terrorismus gilt, notwendigerweise nach sozialen Kontexten variiert. Der Grund dafür, dass etwa Staaten bevorzugt Terrorismus anstelle vergleichsweise vernachlässigter Weltprobleme beobachten, könnte darin liegen, dass die Verurteilung und Bekämpfung von Terrorismus das Ordnungsmodell Staat stärkt und mithin das internationale System der Staaten festigt. Ferner ließe sich die organisationstheoretisch hergeleitete Hypothese formulieren, dass auf Seiten des Terrorismus ein inhärenter Zwang zur Organisation besteht, was langfristig Mäßigung und Verhandlung erwarten lässt.