Claudia Brunner
Kontakt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin
Lehrbeauftragte am Institut für Politikwissenschaft
und am Projekt Internationale Entwicklung
der Universität Wien
Email: claudia.brunner(at)univie.ac.at
Dissertation
Titel:
Sinnformel Selbstmordattentat. Epistemische Gewalt und Okzidentalistische Selbstvergewisserung in der Terrorismusforschung
Betreuerinnen:
Prof. Dr. Birgit Sauer, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien;
Prof. Dr. Antje Hornscheidt, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, Humboldt-Universität zu Berlin
Abstract:
Im Gegensatz zu den meisten bisher vorliegenden Arbeiten zum Thema Selbstmordattentate im Feld der Internationalen Beziehungen und der Sozialwissenschaften liegt der Fokus dieser Arbeit nicht auf dem Wie, Warum und Wozu ihrer Durchführung, sondern auf den Merkmalen, Logiken, Selbstverständlichkeiten und Grenzen von hegemonialer englischsprachiger (sozial-)wissenschaftlicher Textproduktion zum Thema. Es geht um die spezifische Herausbildung eines ‚Wissensobjekts Selbstmordattentat’. Entlang einer Vielzahl wissenssoziologisch-diskursforschender Analysen von Texten, Bildern, Paratexten und Grafiken aus zentralen Werken dieses stark anwendungsorientierten und politiknahen Spezialwissens, das in einer sich neu formierenden Subdisziplin der Terrorismusforschung verorten werden kann, werden Beschaffenheit und Dynamik des Wissensobjekts dargestellt und vor dem Hintergrund allgemeiner Versicherheitlichungsdiskurse in global asymmetrischen Herrschaftsverhältnissen thematisiert. Aus postkolonialer und intersektionaler Perspektive wird insbesondere auf Begrenzungen und Begleiterscheinungen epistemischer Gewalt einer hegemonialen westlichen Wissensproduktion hingewiesen, die in diesem Wissensobjekt Konturen einer ‚ganz anderen Andersheit’ verdichten sowie die Prämissen der eigenen Normalität befestigen. Es wird gezeigt, wie eine von mir so genannte okzidentalistische Selbstvergewisserung in einer intersektionalen Verwobenheit insbesondere von Kategorisierungen entlang von Geschlecht, Sexualität, Kultur, Religion, ‚Rasse’, Raum und Zeit funktioniert.
Studium/ Forschungstätigkeit
Seit April 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin
2009 Promotion zum Thema "Sinnformel Selbstmordattentat. Epistemische Gewalt und Okzidentalistische Selbstvergewisserung in der Terrorismusforschung"
2005-2008 DFG-Stipendiatin im Graduiertenkolleg „Geschlecht als Wissenskategorie“ an der Humboldt Universität zu Berlin, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien
2003 Mag. phil., Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Dimplomarbeit zum Thema "Männerwaffe Frauenkörper? Zum Geschlecht der Selbstmordattentate im israelisch-palästinensischen Konflikt" (publiziert bei Braumüller, Wien 2005)
2000-2001 Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne
Veröffentlichungen
Alexander, Karen/Hawkesworth, Mary E. (Hrsg.): War & Terror. Feminist Perspectives, in: Minverva. Journal of Women and War, Frühjahr 2009 (1) (Rezension, noch nicht erschienen)
"Der Ort des Anderen in Europas Mitte. Zur okzidentalistischen Repositionierung des Orientalismusdispositivs am Beispiel englischsprachiger medialer Diskursfragmente über die Selbstmordanschläge von London im Juli 2005", in: Wolfgang Sützl/ Doris Wallnöfer (Hrsg.), Gewalt und Präzision. Krieg und Politik nach Ground Zero, Wien: Turia + Kant, 2008, 187-209 (mit Helmut Krieger)
Elisabeth Rohr/Ulrike Wagner-Rau/Mechthild M. Jansen (Hrsg.): Die halbierte Emanzipation? Fundamentalismus und Geschlecht, in: Femina Politica 2008 (2), 166-168 (Rezension)
"Feministische Perspektiven zu Anti/Terror/Kriegen. Eine Einleitung", in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 2008 (2), 135-146 (Herausgeberschaft mit Maya Eichler und Petra Purkarthofer)
"Occidentalism Meets the Female Suicide Bomber. A Critical Reflection on Recent Terrorism Debates", in: 32 (4) SIGNS. Journal of Women in Culture and Society, 2007, 957-971
Manuela Boatca/Claudia Neudecker/Stefan Rinke (Hrsg.): Des Fremden Freund, des Fremden Feind: Fremdverstehen in interdisziplinärer Perspektive, in: 8 (3) Forum Qualitative Sozialforschung, Art. 23, September 2007, URL: http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/3-07/07-3-23-e.htm [15. 09. 2008] (Rezension)
"Hegemonic Discourse on Palestinian Women Suicide Bombers and the Logic of Gender", in: Ulrike Auga/, Christina von Braun (Hrsg.), Gender in Conflicts. Palestine – Israel – Germany, Friedrich Ebert Stiftung, Tel Aviv/Berlin, 2006, 23-35
Claudia Koepernik/Johannes Moes/Sandra Tiefel: Handbuch Promovieren mit Perspektive. Bielefeld 2006, URL: http://www.doktorat.at/index.html.139 [15. 09. 2007] (Rezension)
Männerwaffe Frauenkörper? Zum Geschlecht der Selbstmordattentate im israelisch-palästinensischen Konflikt, Wien: Braumüller, 2005
"Female Suicide Bombers – Male Suicide Bombing? Looking for Gender in Reporting the Suicide Bombings of the Israeli-Palestinian Conflict", in: Global Society. Interdisciplinary International Relations, 2005, 29-48
Women and Conflict: Historical Perspectives. Interdisciplinary Graduate Student Conference, University of California, St. Barbara, conference report, in: L´Homme. Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft, 2004, 112-116 (Rezension)
Sieglinde Rosenberger/Birgit Sauer: Geschlecht als politische und politikwissenschaftliche Kategorie, in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen 2004 (4), 112-114 (Rezension)
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