netzwerk terrorismusforschung

 

Marten Düring

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Email:Marten.Duering(at)kwi-nrw.de


Dissertationsprojekt

Arbeitstitel:
Hilfsnetzwerke für verfolgte Juden im ‚Dritten Reich’. Rekonstruktion von Aktivitäten und Beziehungsmustern mit Methoden der Sozialen Netzwerkanalyse

Mitarbeiter im Projekt „Referenzrahmen des Helfens“ am Kulturwissenschaftlichen Institut NRW

Betreuer:
Prof. Dr. Harald Welzer

Abstract:
Die Dissertation untersucht illegale Hilfsnetzwerke für verfolgte Juden im Dritten Reich. Bisherige Ansätze in der Helferforschung haben sich zumeist mit der historischen Rekonstruktion von Hilfsgeschichten beschäftigt oder aber die Persönlichkeitsmerkmale von Helfern untersucht. Unter Einbezug der bisherigen Forschungsergebnisse möchte ich diese eher akteurszentrierte Perspektive erweitern und die Strukturen und Funktionsweisen illegaler Hilfsnetzwerke analysieren.
Hierzu sollen Motive, konkrete Hilfsleistungen, Beziehungsintensitäten und netwerkstrukturelle Positionen von Helfern und Verfolgten miteinander in Beziehung gesetzt werden um so Zusammenhänge in deren scheinbar chaotischen Konstellationen zu finden.
Genauer untersucht werden sollen die Entstehungsbedingungen und Wurzeln der Netzwerke, ihre Fähigkeit sich an verändernde Handlungsbedingungen anzupassen, mögliche Erfolgsfaktoren für ein Gelingen der Hilfe sowie potentielle Schwachstellen, die zur Zerschlagung der Netzwerke beitrugen. Ebenso sollen bislang wenig berücksichtigte Akteure im Umfeld der Helfer miteinbezogen werden: der nationalsozialistische Verfolgungsapparat bestehend aus Gestapo, Polizei und Verwaltung sowie Sympathisanten und Bystander, die Hilfsaktivitäten gedeckt oder geringfügig unterstützt haben.
Bislang scheinen u.a. Aufgabenteilung, die Einbindung in ‚einschlägige Kreise’, frühere Verbindungen und ein Zusammenspiel von starken und flüchtigen Beziehungen essentiell für die Funktion von Hilfsnetzwerken zu sein. Es entsteht das Bild von arbeitsteiligen Kooperationen von Akteuren, die nur in geringem Maße organisiert sind und sehr flexibel agieren.
Für diese Untersuchung von komplexen Beziehungsmustern und den daraus resultierenden Strukturen haben sich Methoden und theoretische Konzepte der sozialen Netzwerkanalyse als sehr produktiv erwiesen. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Visualisierung und Berechnung von kollektiven und personalen Beziehungsstrukturen. Hierdurch wird es möglich einzelne Akteure innerhalb ihrer sozialen Umwelt zu verorten. Dies ist die Grundlage eines vergleichenden Ansatzes, der basierend auf der Analyse von Fallstudien möglicherweise verallgemeinerbare Typen und Strukturen von Helfern und Hilfsnetzwerken herausarbeiten will.
Meine Quellenbasis sind u.a. eine große Zahl an Interviews mit Helfern und Verfolgten, die von dem Projekt-Kooperationspartner Gedenkstätte deutscher Widerstand/Berlin bereitgestellt werden.

Studium/ Forschungstätigkeit

Seit 2008 Promotion im Forschungsprojekt "Referenzrahmen des Helfens"
2005 – 2006 Master "War, Culture and History" an der University of Manchester
2001 – 2004 Bachelor "Europäische Kulturgeschichte" an der Universität Augsburg

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