Michael König
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Michael König
Email: koenig-michael(at)gmx.net
Dissertationsprojekt
Arbeitstitel:
Poetik des Terrors. Darstellungen politisch motivierter Gewalt in deutscher Gegenwartsliteratur
Betreuer:
Prof. Dr. Moritz Baßler (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
Abstract:
Auch fast sieben Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 bestimmen die Folgen nach wie vor die aktuellen politischen und kulturellen Debatten, wie an den immer wieder aufgegriffenen Diskussionen um die Ergreifung staatlicher Präventivmaßnahmen gegen die vermeintlich bestehende terroristische Bedrohung und der zunehmenden Einschränkung der Privatsphäre im Zuge der Terrorabwehr deutlich wird. Von der aktuellen öffentlichen Sicherheitsdebatte ausgehend will das folgende literaturwissenschaftliche Dissertationsvorhaben mit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung in Zeiten von Verunsicherung und Aufrüstung den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Wandel und der Rezeption des Terrorismus-Phänomens in der deutschen Gegenwartsliteratur untersuchen. Abseits der gängigen Begründung der immer wieder ins Feld geführten Verbindung zwischen dem Terrorismus und neuen Formen seiner massenmedialen Verbreitung soll explizit nach den Bedingungen der veränderten Wahrnehmung der ins Bewusstsein drängenden terroristischen Bedrohung, der daraus resultierenden Paranoia und dem starken Sicherheitsbedürfnis gefragt werden.
Aufgrund des Aufführungs- und Inszenierungscharakters politisch motivierter Gewaltakte und deren Darstellungen in der deutschen Gegenwartsliteratur will das Forschungsprojekt unter Aspekten einer Ästhetik des Performativen gerade diejenigen Terror- und Gewalttexte untersuchen, die nach dem 11. September 2001 erschienen sind und sich allgemein mit dem Phänomen der politisch motivierten Gewalt in Form des Terrorismus auseinandersetzen oder in denen terroristische Anschläge und die damit zusammenhängenden Täterbiographien im Mittelpunkt stehen. So soll unter anderem etwa die Frage geklärt werden, ob die deutsche Terrorliteratur die oben skizzierten gesellschaftlichen und wahrnehmungstheoretischen Entwicklungen aufgreift und wie sie vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Öffentlichkeit von der „Disziplinar- zur Kontrollgesellschaft“ (Metelmann/Hempel) die Sphären von Verletzlichkeit und Bedrohung – vom gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis zwischen Akteur und Zuschauer, Attentäter und Opfer gleichermaßen – poetisch zur Darstellung bringt und sich im Diskurs positioniert.
Studium/ Forschungstätigkeit
2002-2008 Eberhard Karls Universität Tübingen, Studium der Neueren deutschen Literaturwissenschaft und Philosophie.
Seit 2008 Graduate School "Practices of Literature" der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
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