Svea Bräunert
Kontakt
Email: sveabraeunert(at)aol.com
Dissertationsprojekt
Arbeitstitel:
Das geerbte Phantom. Fiktionalisierungen der RAF zwischen prothetischer Erinnerung und transmedialer Vergegenwärtigung.
Betreuer:
Prof. Dr. Inge Stephan, Humboldt-Universität zu Berlin;
Prof. Dr. Lutz Koepnick, Washington University in St. Louis
Abstract:
Autor/innen, Filmemacher/innen und bildende Künstler/innen setzen sich in ihren Arbeiten bereits seit vielen Jahren kontrovers mit der Roten Armee Fraktion (RAF) auseinander. Dabei schaffen sie künstlerische Fiktionalisierungen der westdeutschen Stadtguerilla, die gegenwärtige und vergegenwärtigte Geschichten als transmediale und phantomatische Erinnerungsräume inszenieren. Ausgehend von psychoanalytischen, medien- und kulturtheoretischen Überlegungen soll daher versucht werden, das Phantom als erinnerungstheoretische Figur im Hinblick auf seine mediale Spezifik näher zu bestimmen. Indem Bild, Raum und Klang als zentrale Elemente der theoretischen Bestimmung postmemorialer und prothetischer Erinnerungsformen fungieren, stellen sie zugleich die medial-sinnlichen Ausgangspunkte der kulturwissenschaftlich ausgerichteten Analyse dar, die anhand von künstlerischen Fiktionalisierungen der RAF nach den zeit-räumlichen und künstlerischen Interrelationen von Ereignis, Erfahrung und (Nicht-)Erinnerung fragen möchte. Damit verspricht die geplante Arbeit nicht nur wichtige Einblicke in die Imaginationen und (Re-) Präsentationen der RAF in Literatur, Film und bildender Kunst von den späten 1960er-Jahren bis zur Gegenwart zu geben, sondern auch eine Re-Evaluierung erinnerungstheoretischer Paradigmen zu eröffnen.
Studium/ wissenschaftliche Tätigkeit
Seit 07/2008 Stipendiatin der Berliner Graduiertenförderung (NaFöG)
Seit 01/2008 Promotionsstudentin im Fachbereich Neuere deutsche Literatur, Humboldt-Universität zu Berlin
10/2000 – 09/2007 Studium der Neueren deutschen Literatur, Kulturwissenschaft (seit 2001), Politikwissenschaft (bis 2001) und Neueren/Neuesten Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin
09/2007 Abschluss Magistra Artium (M.A.) (mit Auszeichnung)
Magisterarbeit „Das geerbte Phantom. RAF-Imaginationen in Arbeiten der ‚zweiten Generation’.“
08/2004 – 05/2005 Fulbright Stipendiatin am Department of Germanic Languages and Literatures der Washington University in St. Louis (USA)
01 – 05/2005 Research Assistant für Prof. Dr. Paul Michael Lützeler und Prof. Dr. Heide Wunder, Washington University in St. Louis
Seit 2004 Freie Mitarbeiterin in den Bereichen Lektorat, Korrektorat und Übersetzung (Englisch/Deutsch), u.a. für das Mildred Lane Kemper Art Museum in St. Louis (Reality Bites. Making Avant-garde Art in Post-Wall Germany), LACMA (Art of Two Germanys), Zeitschrift für Germanistik, Gegenwartsliteratur
Publikationen (Auswahl mit Schwerpunkt RAF)
Konspirative (Kunst-)Räume. Andree Korpys’ und Markus Löfflers multimediale Installation Konspiratives Wohnkonzept „Spindy“ (1998-2001). In: Inge Stephan, Alexandra Tacke (Hrsg.): NachBilder der RAF. Köln, Weimar, Wien: Böhlau, 2008, S. 232-245.
Looping the RAF: Popkulturelle Erinnerungsstrategien in Arbeiten von Johannes Wohnseifer und Erin Cosgrove. In: literatur für leser 2/2008. Sonderausgabe Closing Borders, Bridging Gaps? Deutscher Pop an der Jahrtausendwende. hrsg. von Anke S. Biendarra, S. 111-124.
Die RAF und das Phantom des Terrorismus in der Bundesrepublik. In: Stephanie Barron, Sabine Eckmann (Hrsg.): Kunst und Kalter Krieg: Deutsche Positionen 1945-89. Köln: DuMont 2009, S. 260-272.
The RAF and the Phantom of Terrorism in West Germany. In: Stephanie Barron, Sabine Eckmann (Hrsg.): Art of Two Germanys. Cold War Cultures. New York, London: Abrams Books 2009, S. 260-272. (engl. Übersetzung)
(Un-)heimliche Orte. Architekturformen, Landschaftsbilder und Grenzpassagen in RAF-Filmen der Gegenwart. In: Claudia Böttcher, Judith Kretzschmar, Markus Schubert (Hrsg.): Heimat und Fremde. Selbst-, Fremd- und Leitbilder in Film und Fernsehen. München: Meidenbauer 2009, S. 135-152.
Soundscape Stammheim. In: Norman Ächtler, Carsten Gansel (Hrsg.): Ikonographie des Terrors? Formen filmischer und literarischer Erinnerung an den Terrorismus in der Bundesrepublik. Vandenhoeck & Ruprecht, Reihe: Deutsche Gegenwartsliteratur (voraussichtlich 2009).
Ghostly Sisters. Feminist Legacies in Second-Generation Perspectives on West German Terrorism: Judith Kuckart’s Wahl der Waffen (1990). In: Laurel Cohen-Pfister, Susanne Vees-Gulani (Hrsg.): Generational Shifts in Contemporary German Culture. Camden House (voraussichtlich 2009).
Die Aneignung der Avantgarde?! Politische Ansprüche, künstlerische Wiederholungen und die Vergegenwärtigung der RAF. In: Seminar. Sonderausgabe Questioning the RAF. The Politics of Culture. hrsg. von Karin Bauer (voraussichtlich 2010).
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